Entwicklung der Ladepunkte in Deutschland

Entwicklung der Ladepunkte in Deutschland: Viel Luft nach oben

Wer in Deutschland sein Auto mit Strom tanken will, steht oft ratlos vor einer nicht funktionierenden Ladesäule, einem verschlossenen Tor mit Ladepunkt in Sicht oder findet gar nicht erst eine Stromtankstelle. Zwar ist die Entwicklung der Ladepunkte in Deutschland positiv, es gibt aber noch viel Luft nach oben. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick darauf, wie sich die Ladepunkte in Deutschland entwickeln, welche aktuellen Konzepte es gibt und wo Potenziale für die Zukunft liegen. So viel sei verraten: Es geht voran – aber es gibt jede Menge ungenutzte Möglichkeiten.

Inhaltsverzeichnis

Wie viele Ladepunkte gibt es in Deutschland?

Als passionierter Elektroautofahrer kennen Sie das Dilemma sicherlich: Gerade auf längeren Strecken oder ländlichen Regionen scheint die nächste Ladesäule in schier unerreichbarer Ferne zu liegen. Wird sie doch gefunden, ist sie oft belegt, lädt nur langsam oder ist gar nicht zugänglich – weil sie beispielsweise auf einem Firmengelände hinter verschlossenen Toren liegt, Ihre App aber die Verfügbarkeit angezeigt hat.
Die Krux wird deutlich: E-Mobility ist ein großes und wichtiges Thema in Deutschland, die notwendige Infrastruktur hinkt aber hinterher. Laut der offiziellen Statistik der Bundesregierung gibt es aktuell gut 80.000 Ladepunkte in Deutschland.

Ladestandort, Ladestation und Ladepunkt: In der Elektromobilität werden immer wieder verschiedene Begriffe verwendet, die bei Laien und neuen Elektrofahrzeugbesitzern für Verwirrung sorgen. Ein Ladestandort ist ein Ort, an dem Sie Ihr Fahrzeug laden können – beispielsweise ein Parkhaus. Eine Ladestation ist ein fester Standort, vergleichbar mit einer Tankstelle mit mehreren Zapfhähnen, mit mindestens zwei oder drei Ladekabeln. Die kleinste Einheit ist der Ladepunkt. Pro Ladepunkt kann zur gleichen Zeit ein Fahrzeug geladen werden.

Davon sind laut Statista und Bundesnetzagentur (Stand: Februar 2023) rund 83 Prozent Normalladepunkte, die restlichen 17 Prozent sind beliebte Schnellladepunkte. Diese müssen für mittlerweile mehr als eine Million Elektrofahrzeuge ausreichen, immer mehr Neuzulassungen sind reine E-Autos, wie das Kraftfahrt-Bundesamt Monat für Monat in seinen Statistiken veröffentlicht – war der Gesamtanteil reiner E-Fahrzeuge 2021 in Deutschland noch bei 0,6 Prozent, wurde er bis 2023 bereits auf 2,4 Prozent vervierfacht.

Das alles sind positive Entwicklungen. Problem: Die Ladesäulenstruktur passt nicht. Während die knapp 14.500 Tankstellen (Stand: Anfang 2022) im Land strukturiert verteilt sind, kann davon bei Ladepunkten nicht gesprochen werden. Wie kann das erreicht werden?

Entwicklung der Ladepunkte in Deutschland: Was ist das Ziel?

Ein Blick auf die Entwicklung der Tankstellenzahlen in Deutschland zeigt, dass Verbrennermotoren auf dem absteigenden Ast sind. Ist die Entwicklung an Ladestationen und Ladepunkten für Elektrofahrzeuge – das wäre zu erwarten – gegenläufig?

Entwicklung bis heute

Die offiziellen Statistiken der Bundesnetzagentur zeigen die Entwicklung der Ladepunkte in Deutschland bis heute:

  • 2017: 6.438
  • 2018: 10.761 – Steigerung um 66 %
  • 2019: 19.198 – 78 %
  • 2020: 30.102 – 57 %
  • 2021: 42.728 – 42 %
  • 2022: 59.660 – 40 %
  • 2023: 82.351 – 38 %

Das entspricht einem durchschnittlichen Zuwachs von rund 53 Prozent pro Jahr. Wichtig in diesem Zusammenhang: Die Zahlen sind zwar offiziell, es gibt aber eine hohe Dunkelziffer. So sind unter anderem viele 11-kW-Ladepunkte im privaten Bereich nicht angemeldet. Dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sind beispielsweise rund vier Prozent mehr Ladesäulen gemeldet.

Im europäischen Vergleich hinkt Deutschland hinterher. Die Niederlande und Frankreich liegen vor Deutschland, was die absolute Zahl an Ladepunkte angeht. Gerade die Niederlande überzeugt mit knapp 112.00 Ladepunkten.

Künftige Ziele

Die Bundesregierung hat das offizielle Ziel ausgegeben, bis zum Jahr 2030 eine Million Ladepunkte in einem strukturierten Netz in Deutschland aufzubauen. Dafür sind knapp 918.000 Ladepunkte in den nächsten sieben Jahren nötig.

Umgerechnet sind das rund 131.000 Ladepunkte pro Jahr – ein Zuwachs bisher mit rund 50 Prozent pro Jahr würde ausreichen. Die prozentualen Zuwächse sind allerdings immer weniger geworden seit 2018.

An diesem Ziel gibt es allerdings auch Kritik. Viele Experten bemängeln, dass nicht die Quantität, sondern die Qualität, also Ladeleistung, im Fokus stehen sollte. Die Vorsitzende des BDEW, Kerstin Andreae, sagt dazu: „Heute ist nicht die Anzahl, sondern die installierte Ladeleistung relevant. Jedem ist klar: Wenn ich in meinem Portemonnaie nur die Münzen zähle, weiß ich auch nicht, ob ich mir davon ein Brötchen kaufen kann. So ähnlich ist es auch bei den Ladesäulen: Es kommt vor allem auf ihre Leistung an, und nicht nur auf ihre Anzahl.“

Das Ziel ist – ob eine Million Ladepunkte oder weniger – in beiderlei Hinsicht ambitioniert. Die Frage ist: Wie kann das gelingen? Und worin liegen die Herausforderungen?

Herausforderungen bei und Anforderungen an Ladesäulen

Das bereits heute existierende Problem: Viele DC-Ladesäulen sind an Autobahnen oder Autohöfen, fernab vom ländlichen Raum, wo ebenfalls viele Menschen leben. Zudem stehen diese Säulen oftmals in nicht überwachten Hinterhöfen, an dunklen und schlecht beleuchteten Ecken oder sind ungeschützt vor Wettereinflüssen.

AC und DC: AC steht für „Alternating Current“ und das Laden mit Wechselstrom. DC hingegen bedeutet „Direct Current“, also Gleichstrom. An DC-Ladesäulen laden Sie deutlich schneller, mit Wechselstrom (AC) – beispielsweise an der Haushaltssteckdose – deutlich langsamer.

Würden Sie beispielsweise abends oder nachts in einem dunklen Baumarkt-Hinterhof Ihr Auto laden? Es gab bereits erste Vorfälle, bei denen Autofahrer von Kriminellen bedroht wurden, die es auf das Fahrzeug oder Geld abgesehen haben.

Es ist also nicht nur die Anzahl der Ladepunkte insgesamt, die herausfordernd ist, sondern auch das wie. In der Praxis gibt es bereits einige Beispiele, wie Ladepunkte gestaltet werden können – sowohl funktional als auch in Bezug auf den Service und Aufenthalt während des Ladens.

Laden als Erlebnis: Beispiele aus der Praxis

Klar ist – Laden muss funktional sein. Das bedeutet: Ladesäulen sind rund um die Uhr nutzbar und Ladevorgänge starten problemlos, die Säulen liegen gut erreichbar und bieten eine passende Ladeleistung, die unserer Meinung nach nicht immer 300 kW betragen muss.

Darüber hinaus kann und sollte Laden aber auch mehr sein:

  • Service: An größeren Ladeparks und -stationen sollte es Toiletten geben, möglicherweise Sanitäranlagen, Abfalleimer, Scheibenwischwasser und Luftdruckgeräte. Vorbild: Tankstelle.
  • Wetterschutz und Sicherheit: Ladepunkte und ihre Nutzer sollten vor Unwettern und äußeren Einflüssen geschützt werden, zudem beleuchtet und bestenfalls überwacht sein.
  • Aufenthalt: Internet, Snackautomaten & Co. – ein moderner Ladepark sollte wie eine klassische Autobahnraststätte einiges bieten.

In Deutschland und auch im angrenzenden Ausland gibt es bereits einige Ladeparks und Premium-Standorte, die das umsetzen. Wir stellen Ihnen drei deutsche Paradebeispiele in aller Kürze vor.

Seed & Greet am Hildener Kreuz

Copyright | Seed & Greet – www.seedandgreet.de

Seed & Greet – das ist der Name der Café-Bistro-Bäckerei von „Ihr Bäcker Schüren“ im Gewerbegebiet Kreuz Hilden. Der Ladepark ist mit Tesla Supercharger und Fastned-Schnelladepunkten ausgestattet.

Schon vor einigen Jahren eröffnet und sukzessive gewachsen, bietet Nio als Partner des Ladeparks mit einer Power Swap Station für Nio-Fahrzeuge eine Akku-Wechselstation an. Diese ist allerdings nicht rund um die Uhr zugänglich.

Alle Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge im Blick, die zu jeder Zeit verfügbar sind

  • 40 Tesla-Supercharger (32x V3 + 8x V2 mit bis zu 250 kW)
  • 12 Fastned-Ladepunkte (CCS und CHAdeMO bis 300 kW)
  • 40 AC-Ladeplätze (7 / 22 kW)
  • 4 Schuko-Steckdosen

bk World Endsee

Copyright | bk Group – www.bk-group.eu

Das Unternehmen bk World hat – weitere sind in Planung oder bereits im Bau – vor einiger Zeit bereits einen „Supercharger-Park“ für Tesla-Fahrzeuge in Endsee an der A7 südlich von Würzburg eröffnet. Auch in Füssen steht ein solcher Park.

Dort erwarten Sie als „Lader“ verschiedene Lounges mit Büroecken, einem Getränke- und Essensangebot, Spielekonsolen und Sanitäranlagen wie Reifenluftdruckgeräte.

EnBW-Ladepark in Großburgwedel

Copyright | EnBw – www.enbw.com | Fotograf: Rolf Otzipka

Nördlich von Hannover findet sich ein Schnellladepark der EnBW, der mit 32 HPC-Ladepunkten ausgestattet ist. Hier können nicht nur Teslas, sondern alle Fahrzeuge geladen werden.

Die Extras: Service-Inseln mit kostenlosen Dienstleistungen wie Staubsaugern, Fußmattenreinigern und Reifendruckprüfgeräten. Auch Ladeplätze für Fahrzeuge mit Anhänger sind eingerichtet.

Deutschland muss seine Ladepunkte weiterentwickeln

Ladepunktlandkarte etwas tun. Mehr Ladeparks an Autobahnen und Autohöfen mit attraktiven Angeboten, Ladestationen auf den Parkplätzen im Einzelhandel, in Hoteltiefgaragen, im Umkreis von Fitnessstudios und Restaurants, vor größeren Wohnanlagen – es gibt jede Menge Potenziale.

Vor allem wichtig: Projekte müssen agil(er) und bedarfsgerecht(er) gefördert werden. Der Fokus sollte nicht nur auf Quantität und großen Prestigeobjekten wie Mega-Ladeparks liegen. Kommunen, Länder und der Staat sollten auch qualitative und regionale Aspekte beachten.

Wir bei CrossMarketPlaces tragen unseren Teil dazu bei. Als „Manufaktur für Ladelösungen“ vernetzen wir Ladesäulen und Wallboxen mit unserem Produkt CMP eCharge. Über Zugangskonzepte bis zur Abrechnung übernehmen wir den gesamten technischen Part – individuell und auf die Ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Egal, ob Stadtwerk, Immobilienfirma oder Eigentümer von Mietobjekten, Firmenparkplätze, Einzelhandelsunternehmen, Fitnessstudio oder Kirchengemeinde.

Möchten Sie Ihren Teil dazu beitragen, die Entwicklung der Ladepunkte in Deutschland voranzutreiben? Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!

Über den Autor

Carsten Müller

Carsten Müller

Geschäftsführer von Cross-Market-Places GmbH.

Artikel teilen

Werksstudent (m/w/d)

Als Digital Native fühlst du dich zu Hause in der Welt der IT und/ oder digitalen Medien und/ oder eindrucksvollen Contents? Du hast Spaß daran deine Motivation und Kreativität auszuleben und zu verschiedenen Digital-Projekten zuzusteuern? Du hast Organisationstalent und Freude daran neben Deinem Studium auch schon in der Berufswelt mit durchschnittlich so ~15-20 Std./ Woche Verantwortung zu übernehmen?

 

Dann sollten wir uns kennenlernen!
Wir, das ist die Cross Market Places GmbH mit Sitz in Osnabrück in den Räumen unserer Muttergesellschaft. Wir begeistern unsere Kunden mit digitalen Produkten SaaS/ PaaS, sodass sie Business-/ und Process-Intelligence in ihr Geschäft integrieren oder ganz neue Geschäftsfelder starten können. Auf unserer Reise haben wir noch viel vor und dazu brauchen wir Menschen, die Lust haben an diesem Erfolg teilzuhaben.

 

Dein Job/ Deine Aufgaben

Du bist Teil von den Teams, die an neuen Produkten arbeiten, oder laufende Projekte betreuen. So wirst Du je nach Deinen Vorkenntnissen, Deinen Interessen und dem jeweiligen Bedarf eingesetzt. Hier hast Du die Möglichkeiten Dich einzubringen, Dinge zu bewegen und gleichzeitig ganz viel Erfahrung bei Experten zu sammeln.

 

Dein Profil

Warum wir?

Bist du bereit?

Dann sende deine Bewerbungsunterlagen an you@cross-market-places.de